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Dienstag, 28. Juli 2015

Anderthalb gebrochene Herzen

Immer wieder schwingt sich ein Gedanke zu mir empor aus der Asche meines Bilderbuchs. Er erinnert mich daran, was war und was nie sein wird. Denn wir haben unsere Träume dem Feuer übergeben. Nun schwingen sie als Funken empor in die Höhe. Leuchten auf und vergehen vor dem Antlitz der Sterne. Und wir schauen ihnen hinterher und fragen uns, ob es richtig war?
Und das Telefon schweigt. Wir genießen die Stille, denn sie gibt uns Zeit zum Nachdenken. Und so nutzen wir diese Stille, um uns immer wieder einzureden, dass es keinen Weg zurück mehr gibt. Doch heimlich warten wir und hoffen, dass dieser Abschied ein „Auf Wiedersehen!“ war, denn letztendlich stirbt die Hoffnung doch zuletzt.
Und wir gaukeln uns mit Tränen im Gesicht vor, dass wir nichts bereuen und dass es für uns das Richtige war. Doch wie können diese Argumente standhalten vor dem Mädchen, das nachts weinend an ihn denkt, weil es ihn nicht vergessen kann? Welches hofft, dass er auch manchmal an sie denkt und sich erinnert an die gemeinsame Zeit, welcher er doch nie Bedeutung beimaß.

Doch die Zeit wird Mitleid mit uns haben. Sie wird die Wunden pflegen, bis die Narben fast vergessen sind, denn die Erinnerungen verblassen und geben keinen Anlass mehr, sie noch einmal wieder aufzurufen. Und es bleiben nur schwarze Flecken auf einer Landkarte und anderthalb gebrochene Herzen.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Levande ljus

Levande ljus (Jennifer Ander)
Zum Titel: Das "levand ljus" kommt aus dem Schwedischen und bedeutet "Kerze" (~ lebendes Licht).

Dienstag, 16. September 2014

Flammenkind

Es tobt ein Feuer tief in mir.
Doch all die Bilder, die von dir,
können Flammen nicht zerstören.
Sie werden immer mir gehören.
Doch Ruhe werd ich niemals finden,
bevor die Bilder nicht verschwinden;
und Flammen zehren von den Träumen,
die ich versteckt in des Herzens Räumen.
Und das, was bleibt, wird Asche sein,
und die Erinnerung an dich,
die leuchtet wie der hellste Schein,
wie ein Phönix, der aus Licht.



Dienstag, 4. Februar 2014

Lebendige Erinnerung



Ich steh an der Ampel, ihr rotes Auge lacht mich an. Bin in Gedanken ganz versunken, bin nur einer unter vielen. 
Und dann spür ich diese Hand, drehe mich um und sehe sein Lächeln und hör ihn, wie er sagt: „Hey Kleine, was machst du denn hier?“ Ich kann es gar nicht fassen, ihn hier zu treffen nach so langer Zeit. Wir gehen weiter und er hört nicht auf zu erzählen, spricht davon, wie es ihm ergangen ist in den letzten Jahren. Er ist nun endlich Lehrer und sein Arm ist gut verheilt, hat noch keine Frau und verbringt immer noch zu viel Zeit in Kneipen. Fragt mich, was ich nun mache und wir schwelgen in Erinnerungen. Von den Anderen hat er lang nichts mehr gehört, doch er vermisst die alten Zeiten… 
Die Ampel schaltet auf Grün. Ich schaue mich um, doch er erkennt mich nicht mehr, steigt auf sein Fahrrad und fährt davon. Ich schaue ihm lange nach, gehe dann über die Ampel und denke: Ich vermisse die alten Zeiten auch.

Dienstag, 28. Januar 2014

Eisiger Kuss



Schneeflocken auf meiner Haut
berühren mich wie sanfte Küsse. 
Scheinen mir doch so vertraut, 
und wieder neue Tränengüsse.


Früher war es ein Geschenk,
damit ich nicht mehr weinen muss,
und auch dann nicht mehr an ihn denk,
dank diesem bittersüßen Kuss.



Doch nun können auch diese Sterne
nicht erwärmen mein armes Herz,
und du rückst wieder in weite Ferne, 
und überlässt mich meinem Schmerz.

Montag, 30. Dezember 2013

Eingesperrt



Ich habe mein Herz eingesperrt,
es hat sich nicht mehr gewehrt.
Hab die Wachen verstärkt,
damit es endlich merkt,
ich hab die Kontrolle,
komme, was wolle.

Die Mauern und der Graben,
verdrängen schöne Farben.
Denn Herzchen steckt in Einzelhaft
Und hat es viel zu oft geschafft
Auszubrechen, zu entfliehen.
Doch niemals lasse ich es ziehen.