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Donnerstag, 31. Oktober 2013

Roman-Tagebuch-Eintrag 3: Meine Charaktere



Langsam nimmt alles mehr Gestalt an. Nach langem Kopfzerbrechen, welchen Handlungsstrang ich nun noch mit einflechte, habe ich nun endlich eine Idee, die meinen Hauptcharakter auf eine kleine Reise schicken wird. Es ist wahnsinnig anstrengend, aus einer riesigen Bandbreite an möglichen Handlungen einen auszuwählen, schließlich birgt jedes ein anderes Ende. 
Ab und zu flechte ich ein paar Ausschnitte aus der Vergangenheit ein, um einige Dinge zu erklären. Und mit jeder neuen Seite, die ich schreibe, bekommen meine Charaktere mehr Schärfe und sind nicht einfach nur agierende Namen. So ist mittlerweile Alex ein (nett-) verrückter, aufgeweckter Mensch, der sich Hals über Kopf immer in die falschen Personen verliebt, aber dessen niemals müde wird. David ist sehr bodenständig und gewissenhaft, aber keineswegs kalt sondern eher so, dass er seine Gefühle schwer zeigen kann. Er ähnelt sehr Austens Mr. Darcy, nur kann ich noch nicht genau sagen, ob sein Stolz genau so groß sein wird. Die beiden bilden als perfekte Gegenpole, die sich auch nicht besonders mögen, weil sie durch den dritten Charakter nie die Chance dazu hatte, Freunde zu werden.

Ich glaube, Alex wird in naher Zeit etwas in den Hintergrund rücken. Ich will nicht, dass er zu stark agiert und eher den Glauben erweckt, eine wichtigere Rolle zu spielen als David. Er ist der beste Freund, der Rat gibt und auf Dummheiten hinweist und keineswegs der, der Beziehungen zerstört, wozu er sicherlich nicht abgeneigt wäre.

David wird viel damit zu kämpfen haben, dass seine Verlobte nicht in die Familie hineinpasst, was er weiß, aber nicht wahrhaben will. Er hat eine genaue Vorstellung von einem perfekten Leben, was er meist erfolgreich umsetzt, nur stellt sich die Frage, ob seine Verlobte da auch mitspielt. Wir werden es sehen.
 
Fazit: 8.000 Worte (37 Buchseiten) machen zwar noch keinen Roman, ich bin aber trotzdem schon stolz darauf. Auch wenn es meist an der Motivation hapert und ich immer noch mit der Darstellung von Vater Victor zu kämpfen hab, die aber enorm ausschlaggebend sein wird.

Freitag, 25. Oktober 2013

Roman-Tagebuch-Eintrag 2: Das Gefühl der Macht



Ich bin mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich das Genre noch einmal ändern bzw. überdenken kann. Die Basis, also meine Grundidee oder Ausgangssituation, habe ich nun fertiggeschrieben und hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal so eine riesige Möglichkeit hätte. Es fühlt sich wie Macht an (Hihi!^^) Ist das nicht genial, wenn man einfach so einen Schrank nach Narnia erscheinen lassen kann, ohne dass der Handlungsverlauf unglaubwürdig werden könnte. Ich könnte mich ebenso gut   daran machen, einen Krimi zu schreiben (wobei ich sagen muss, dass durch mein Krimi-Seminar erst diese Idee auftrat) als auch eine Liebesgeschichte oder ein Buch ganz im Stil von Jane Austen. Nur bezweifle ich, dass das Ausnutzen dieser Macht irgendeinen Nutzen für David hat, eine Hauptperson, die ich eigentlich nicht allzu schlecht wegkommen lassen will, weil er eigentlich eine aufrichtige Person ist, die eine glückliche Kindheit hatte und dem das Glück stets winkt. Doch es muss ein bahnbrechendes Ereignis in seinem stattfinden, damit die Geschichte an Spannung erlangt. Darum habe ich mich dafür entschieden, doch etwas komplexer zu werden. Ich habe eher das Gefühl, dass ich meine Charaktere vor Probleme stelle und dann selbst zuschaue, wie sie diese meistern. Anfangs dachte ich noch, dass die Vorstellung eines Puppenspielers dem Bild eines Schriftstellers gleichen würde, doch ein Autor bestimmt eigentlich nicht wirklich das Handeln seiner Personen, weiß nicht, was sie am Ende tun werden, wofür sie sich entscheiden. Er ist eher der Professor, der einen Käse in den Mäusekäfig wirft und schaut, was passiert und alle seine Ergebnisse notieren muss. Natürlich hat er eine Hypothese, was geschehen wird, doch muss diese keinesfalls eintreffen. Schade, denn das Bild eines Puppenspielers, welcher die Fäden in der Hand hält, gefällt mir persönlich besser als das eines neugierigen Professors.
 
Fazit: 11 Seiten, fast 6000 Wörter und ich bin an einem vielentscheidenden Punkt angelangt. Meine Spannung steigt, denn ich hab freie Wahl. Der arme David! Er tut mir jetzt schon leid!

Dienstag, 22. Oktober 2013

Roman-Tagebuch-Eintrag 1: Zu viele Fragen und zu wenig Zeit



Ich sitze jetzt schon drei Tage an dem Roman. Es geht nur schleppend voran, weil Arbeit und Studium mich immer wieder zu längeren Unterbrechungen zwingen, aber mittlerweile habe ich acht Seiten, über die ich mehr oder weniger zufrieden bin. Ich versuche mich stärker an Kings Ratschläge zu halten, wie etwa nicht alle Informationen einfach aufzuschreiben sondern Schlussfolgerungen zu erlauben, nicht zu viele Informationen zu geben und mich nicht zu lange an bestimmten Dingen aufzuhalten. Es ist gar nicht so leicht einen Roman zu schreiben, denn es dauert ewig, bis man erst einmal eine Idee für eine gute Geschichte hat (vor allem eine, von der der Markt nicht überflutet ist) und hat man dann das sogenannte Fossil gefunden, wie King es beschreibt, muss man nach und nach immer mehr Fläche vom Sand frei räumen, bis das Fossil freiliegt (Tada! Der Roman).
Ich habe mich für den Anfang für ein einfaches Modell entschieden, drei miteinander verknüpfte Hauptpersonen, ein Handlungsort. Es gibt natürlich schönere und komplexere Modelle, die viel anspruchsvoller sind, doch soll dieses erst einmal genügen, um nicht zu verwirren und den Fokus auf den handelnden Personen zu belassen.
Das Schwierige, sind neben der Motivation, sich auch, wenn man wenig Zeit hat oder keine Lust an das Schriftstück zusetzen, die Entscheidungen, die man beim Schreiben zu treffen hat: Soll Alex sich seinen Gefühlen hingeben? Liebt er sie oder sieht er sich nur als besten Freund, der nur das Beste für sie im Sinn hat? Und jede dieser Entscheidungen gibt der Geschichte einen anderen Verlauf, was auch bedeutet, dass, wenn man die „falschen“ Entscheidungen trifft, sich nachher am an einem Punkt befinden kann, wo man eigentlich niemals hinwollte, einem Problem gegenübersteht, welches  zu lösen man nicht mehr imstande ist.
Ich habe übrigens keine Ahnung, wie mein Roman endet, was eine schöne Art der Herangehensweise ist und den vorhergehenden Abschnitt erklärt. Ich habe meine drei Personen vor ein Problem gesetzt, welches sie nun quasi von selbst lösen werden. Das Schreiben bietet so viele Möglichkeiten, denn was heute noch vielleicht glücklich verlaufen würde, wenn ich ein bestimmtes Kapitel heute fertigstellen würde, kann morgen schon ganz anders ausgehen, meist je nachdem, wie man selbst gerade drauf ist, was sich übrigens durch Musik stark beeinflussen lässt. Will man eine gewisse Wirkung erreichen, eine gewisse grobe Handlung, wie zum Beispiel ein trauriges oder erfreuliches Ende, muss man sich nur dahingehend seine Musik aussuchen.
Fazit: Jetzt in dieser Situation (Studium und Nebenjob) ein solches Projekt anzufangen, ist definitiv ein schlechter Zeitpunkt, denn acht Seiten bis jetzt ist eine magere Ausbeute. Aber ich bleibe optimistisch =)